Bürgermeister und Seilbahn-Aktionist Dr. Kahle (Grüne/B90) sagt in einem TV- Interview mit RTL-Regional , die Seilbahn bedeute "eine starke Veränderung des Stadtbildes" und ergänzt "...aber man gewöhnt sich an Vieles." 

Meint Dr.Kahle damit die in seiner Amtszeit entstandenen Bausünden wie Marktdreieck oder DVAG Holding?

Mit zwei neuen Studien brachte Dr.Kahle im November und Dezember das Thema Seilbahn wieder ins Gespräch. Für die Studie der Planungsgruppe Nord aus Kassel gab es einen parlamentatischen Auftrag innerhalb der Fragestellung nach einer klimafreundlichen Verbesserung der Verkehrsverbindung auf die Lahnberge. Die lief - Überraschung !! - darauf hinaus, dass eine Seilbahn die ideale Lösung des Problems wäre. Allerdings hatte die PGN keine eigenen Daten über derzeitige Nutzungen erhoben und sich nur teilweise auf eine vorhandene Untersuchung gestützt. Nach Meinung einiger Veranstaltungsteilnehmer wurden in dieser Studie weitere wesentliche Fragen nicht gestellt und nicht beantwortet.
Die zweite Studie war der Entwurf eines Seilbahn-Konzept-Spezialisten und vom Parlament nicht beauftragt. Nach ihr ist in punkto Seibahn alles machbar, was in einer sehr heftigen Diskussion vor allem von Anwohnern des Ortenbergs kritisiert wurde. Dr.Kahle räumte die Möglichkeit einer Bürgerbefragung ein, die die Oberhessische Presse spontan online umsetzte. Bis 9.12. stimmten 61% (17.138) gegen und 39% (10.743) für das Seilbahn-Projekt (www.op-marburg.de). Das Thema Seilbahn scheint gegenüber der Buga '29 weitaus wichtiger für die Marburger - oder begabte Hacker...

.... "Oh Gnade. Doktor Kahle hält an seiner Seilbahn fest wie der Teufel an der Seele. Ein weiterer diesmal 50 Millionen Euro teure städtebaulicher Amoklauf. Da macht sich ja die 750 000 Eure teure Ballermann-Lahninsel nachgerade lächerlich aus. Er sollte die Kosten für die Projektstudie selber zahlen.

Bleibt zu hoffen, dass es beim Nachdenken bleibt, sich als Kanditat zum OB aufstellen zu lassen. Mein Mitgefühl gilt allen betrfoffenen Ortenberg-Anwohnern, welche laut Projektstudie nur mit geschlossenen Augen dem Seilbahnhorror entgehen können und somit zu ewiger Finsternis verdammt sind. "

Norbert Fuchs, Frankfurter Straße 5, Marburg

Wir danken Herrn Norbert Fuchs für diese klaren unterstützenden Worte.

Eine Seilbahn (II) … Am Ortenberg hat sich vor mehreren Monaten eine Bürgerinitiative gebildet, die sich gegen eine Seilbahntrasse durch Marburg ausspricht. Das Ziel ist, unter anderem die Öffentlichkeit über den Stand der Planung und die einschneidenden Folgen zu informieren, Bürgerbeteiligung einzufordern, Gegner zu mobilisieren und rechtliche Vorgehensweisen prüfen. Wichtige Informationen zu dem Seilbahnprojekt, das auch den Ortenberg in massiver Weise belasten würde waren bereits in der letzten Ausgabe des „Ortenberger“ im Beitrag „Eine Seilbahn…“ zu lesen. Ausgangspunkt der Aktivitäten der BI GeiST war der Umstand, dass in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vom 26.4.2013 mit der Mehrheit von SPD und DIE GRÜNEN beschlossen wurde, für den Bau einer Seilbahn zwischen Marburger Innenstadt (Lahnufer) und den Lahnbergen (Klinikum) eine Machbarkeitsstudie erstellen zu lassen. Dies geschah, obwohl im Jahre 2009 mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung bereits entschieden wurde, das Projekt zu den Akten zu legen und nicht weiter zu verfolgen. Die überwiegend durch DIE GRÜNEN und BM Kahle vertretene Idee hat mit der Bewerbung um die Gartenschau offensichtlich erneut Oberwasser bekommen und die Befürworter mit neuer Hoffnung erfüllt. Nach dem Motto „Totgesagte leben länger!“ Die BI GeiST hat daraufhin eine begrenzte Unterschriftenaktion gestartet. Es ging darum, die Meinung insbesondere der durch die Trassenführung besonders betroffenen Bürgerinnen und Bürger im Umkreis der Georg-Voigt-Strasse zu erfragen. Dabei hat sich eine überwältigende Mehrheit vehement gegen eine Gondelbahn ausgesprochen. Ein Teil war jedoch vorher überhaupt nicht informiert und völlig überrascht über die bereits laufenden Planungen und Diskussionen. Die Argumente gegen das Projekt sind kurz zusammengefasst folgende: Die Eingriffe, die sich durch eine Seilbahntrasse ergeben, sind massiv und auf lange Jahre nicht mehr zurück zu nehmen: Stadt- und Landschaftsbild sowie Natur aber auch die Privatsphäre der Bürger werden massiv beeinträchtigt. Es entsteht bei vielen der Eindruck, hier soll ein politisches Prestigeprojekt einiger politischer Entscheidungsträger entstehen. Profitieren von einer Seilbahn wird weniger die Marburger Bevölkerung, als ein internationaler Seilbahnkonzern, der versucht, neue Absatzmärkte für sich zu erschließen, nachdem die Alpen bereits weiträumig verdrahtet sind und dort die Bevölkerung massiv Widerstand leistet. Wir als Steuerzahler wollen keine weiteren Bausünden mit Geldern finanzieren, die dringend für andere Projekte im Bereich Bildung, Kultur und öffentlichem Personennahverkehr in Marburg gebraucht werden. Es handelt sich dabei nicht um peanuts, sondern Erstellungskosten von voraussichtlich nicht unter 30 bis 50 Millionen Euro!!! Heute veranschlagte Kosten sind dabei keineswegs gesichert (Flughafen Kassel-Calden und Berlin, sowie die Hamburger Elbphilharmonie sprechen da eine deutliche Sprache). Es entstünde eine Verkehrstrasse quer zu Autobahn und Eisenbahn mit sechs Stahlseilen, gehalten von Seilbahnmasten. Diese befänden sich voraussichtlich in unmittelbarer Nähe auch historischer Gebäude (Kaiser-Wilhelm-Turm, Biegenviertel). Monströse Stationen für Ein- und Ausstieg würden entstehen, wo heute noch (Schüler-)Park- und Waldlandschaft sind. Dabei sollen in kurzem Takt busgroße (35 Personen) Gondeln bis zu 2000 Personen pro Stunden befördern. Im Naherholungsgebiet/Landschaftsschutzgebiet werden durch Waldrodung - Schneisenbildung der Erholungswert des Waldes rund um Spiegelslust bis zum Klinksbereich erheblich beeinträchtigt und eine Anzahl geschützter Tiere vertrieben. Und nicht zu vergessen: Gondeln über dicht bebautem Wohngebiet bedeuten Einblicke in Gärten und Wohnungen, produzieren Schattenwurf und reduzieren so Lebens- und Wohnqualität der Menschen. Die Deckung der laufenden Kosten ist darüber hinaus weder gesichert, noch hinreichend durchgerechnet. Eine Studie der Philipps-Universität Marburg hat jedoch zutage gebracht, dass die Studierenden als Einnahmefaktor kaum infrage kommen. Laut der Studie „Mobilität und Nachhaltigkeit …“(2011) besuchen 26% aller Studierenden in Marburg Veranstaltungen auf den Lahnbergen. Davon wären 22,9% bereit, einen Aufpreis auf das Semesterticket zu zahlen. Lediglich 6,2% von ihnen würden einen Preis zwischen ein bis zwei Euro pro Fahrt akzeptieren. Nach dieser Berechnung blieben ca. 400 Studierende, die an mehreren Tagen der Woche während der Semesterzeiten als Nutzer infrage kämen. Wer darüber hinaus dauerhaft und verlässlich die Seilbahn überhaupt nutzen würde, bleibt völlig im Dunkeln. So werden einmal mehr alle auflaufenden Defizite beim Steuerzahler landen. Die jetzt im Gespräch befindlichen Buszüge könnten die nur zeitweise auftauchenden Kapazitätsprobleme sinnvoller lösen. Sie sind flexibel einsetzbar. Eine mit dem Busangebot konkurrierende Seilbahn, wird zur Reduzierung des heute schon defizitären Busverkehrs der Stadtwerke führen. Fahrpreiserhöhungen wären die logische Folge. In der Innenstadt erhöht die Seilbahn das Verkehrsaufkommen durch Shuttle-Busverkehr, Pendelverkehr, Parkplatzsuchende. Die Weiterbeförderung auf den Lahnbergen wird zusätzlich bereitgestellt werden müssen. Der damit verbundene mehrfache Wechsel der Verkehrsmittel (Auto/Bus – Seilbahn – Bus - ???) wäre für Menschen mit Handicap eine zusätzliche Hürde. Ein großer Teil der Besucher und Mitarbeiter des Klinikums wird diese Art der Beförderung eher nicht nutzen, da sie häufig auch aus dem Umland kommen. Nicht zuletzt stellt sich die Frage nach der Sicherheit der Trassenführung. Die momentan favorisierte Variante überquert eine Schnellstraße und die Bundesbahn. Probleme, die die Themen Brandschutz und Rettungswege aufwerfen, scheinen zur Zeit bei den Verfechtern der Seilbahnlösung noch kein Thema zu sein. Diese und weitere Aspekte würde die BI GeiST gerne im Rahmen der Sitzung der Ortenberggemeinde vorstellen und diskutieren. Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Interessierte am 10. September 2014 dabei wären. Um weiterhin Aufklärung zu leisten, hat die BI eine homepage erstellt, die über die Konsequenzen des „über die Köpfe der Bürger hinweg“ geplanten Gondelprojekts informiert: http://www.keine-seilbahn-in-marburg.de

Stellungnahme 2

Stellungnahme 1

News

BI-Geist-Versammlungen 2018

Das nächste Treffen der Bi findet statt:

vgl. Rundmail-Information